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Leitlinien



 

Die Arbeiten in der Doktorandenschule "Laboratorium Aufklärung" sollen an ausgewählten Beispielen die Grundlagen der beiden Transformationsphasen erforschen, welche die klassische Moderne einschließen:

  • zum einen dort, wo sie vorrangig gelegt wurden - im "langen" 18. Jahrhundert (etwa 1690 bis 1830),
  • zum anderen mit Blick auf die zweite Transformationsphase des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts.

Dissertationsprojekte aus den Geistes-, Sozial-, Rechts- und Kulturwissenschaften sowie der Ev. Theologie sollen sich somit mit Forschungsthemen beschäftigen, die ihren Schwerpunkt im "langen" 18. Jahrhundert oder der Gegenwart haben, oder einen problemorientierten Vergleich beider Phasen vornehmen. Wünschenswert, aber nicht zwingend notwendig, ist bei Arbeiten zum 18. Jahrhundert eine Bezugnahme auf die Kontexte in Weimar-Jena und Halle.

 METHODISCHES KONZEPT


Methodologisches Ziel ist einerseits das bewusste "In-Beziehung-Setzen" von vergleichbaren Problemstellungen in den beiden Transformationsphasen, die entweder vom langen 18. Jahrhundert oder von der Gegenwart aus bestimmt werden. Dabei können Konstellationen der Zeit zwischen den Transformationsphasen die Funktion eines kritischen Korrektivs erhalten.

Andererseits sollen anhand exemplarischer Untersuchungen ein vertieftes Verständnis und neue Deutungsmuster für das Denken und Handeln in der jeweiligen Transformationsphase entwickelt werden. Die hermeneutische Herausforderung liegt in der wechselseitigen Befruchtung historisch- genetischer und analogistisch-vergleichender Verfahren.

 INHALTLICHES KONZEPT


Etwa zwischen 1690 und 1830 entstanden die Konzepte der Moderne, die noch die Gegenwart und ihre Debatten um die Zukunft des westlichen Gesellschaftsmodells in einer globalisierten Welt prägen.

Das "Laboratorium Aufklärung" berücksichtigt dabei in besonderem Maße die beiden Orte, die sich in Deutschland als bedeutende Schauplätze vor allem der Gedanken-, aber auch der Praxisexperimente des langen 18. Jahrhunderts erwiesen: Halle und Weimar-Jena.

Erwartet wird mittel- und langfristig, an exemplarischen Vergleichspunkten neue Erkenntnisse darüber gewinnen und vermitteln zu können, welche fundamentale Bedeutung die im langen 18. Jahrhundert grundgelegten Dispositionen für aktuelle gesellschaftliche Prozesse sowie die Selbstdeutung des Menschen besitzen und welchen Beitrag sie zu den brisanten Debatten um die Zukunft des westlichen Gesellschaftsmodells in einer globalisierten Welt liefern können. Umgekehrt stellt sich die Frage, ob und inwieweit von heutigen Problemstellungen aus die Analyse des 18. Jahrhunderts neue Impulse erlangen kann.